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	<title>Engel(1922) Das Beiwort 3 - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Zweidat</subtitle>
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		<id>https://zweidat.kallimachos.de/index.php?title=Engel(1922)_Das_Beiwort_3&amp;diff=9895&amp;oldid=prev</id>
		<title>DeletedUser am 14. September 2017 um 15:02 Uhr</title>
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		<updated>2017-09-14T15:02:48Z</updated>

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Lessing hat gewagt: ,&#039;&#039;ein hoher Springer&#039; &#039;&#039;, und so viel Gescheites auch die Gescheitheit dagegen einzuwenden hat, wir haben das Gefühl: dies und ähnliches muß erlaubt sein, wenn man der Sprache und den selbständigen Schreibern nicht jeden stolzbewußten (?) Flügelschlag lähmen will. Nicht der Springer als Menschenkörper ist hoch, sondern sein Sprung: das wissen wir — so gut wie Lessing selbst es gewußt hat —, und dennoch gefallen uns Bild und Ausdruck. Lessing stellt dem &#039;&#039;hohen Springer&#039;&#039; den &#039;&#039;ebenen Tänzer&#039;&#039; gegenüber, und da wir einmal $Seite 128$ im Bilde sind, lassen wir auch den zu. Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &#039;&#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&#039;&#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch&lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;. &#039;&#039;Deutsche Sprachforschung&#039;&#039; — ist das erlaubt? Gemeint ist doch nicht die Forschung &#039;&#039;von Deutschen&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;im Deutschen&#039;&#039;. Das habe ich mir beim Schreiben auch gesagt, habe aber diesen knappen Ausdruck vorgezogen der breiten Erforschung der deutschen Sprache, weil ich die Gemeinschaft des richtigen Verständnisses zwischen mir und dem Leser fühlte. Auf diese stete ergänzende, berichtigende Mitarbeit des Lesers unmittelbar beim ersten Lesen wird von den meisten Sprachmeistern gar kein Gewicht gelegt; darum sei bei jeder schicklichen Gelegenheit nachdrücklich auf sie hingewiesen, selbst auf die Gefahr des Abschweifens&lt;/del&gt;.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Wie weit man mit der Anwendung des Beiwortes zum Ausdruck von Eigenschaften gehen darf, die sich in Tätigkeiten kundtun, ist eine Frage des schriftstellerischen Geschmackes. Der Alltagschreiber sei darin eher zu vorsichtig als zu kühn. Sobald er zu zweifeln beginnt, lasse er die Hand davon. Dem Berufschriftsteller sind keine Vorschriften zu machen; er handelt auf eigne Gefahr, aus der er je nachdem als neuschöpferischer Sieger hervorgeht, oder ausgelacht wird. Was ist nicht alle gewagt worden und verunglückt! &#039;&#039;Lächelnde Hände, tränenvoll Bewegungen, schluchzende Verbeugungen&#039;&#039;. Lessing hat gewagt: ,&#039;&#039;ein hoher Springer&#039; &#039;&#039;, und so viel Gescheites auch die Gescheitheit dagegen einzuwenden hat, wir haben das Gefühl: dies und ähnliches muß erlaubt sein, wenn man der Sprache und den selbständigen Schreibern nicht jeden stolzbewußten (?) Flügelschlag lähmen will. Nicht der Springer als Menschenkörper ist hoch, sondern sein Sprung: das wissen wir — so gut wie Lessing selbst es gewußt hat —, und dennoch gefallen uns Bild und Ausdruck. Lessing stellt dem &#039;&#039;hohen Springer&#039;&#039; den &#039;&#039;ebenen Tänzer&#039;&#039; gegenüber, und da wir einmal $Seite 128$ im Bilde sind, lassen wir auch den zu. Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &#039;&#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&#039;&#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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Weil es &amp;#039;&amp;#039;Schöpferkraft&amp;#039;&amp;#039; gibt, ist &amp;#039;&amp;#039;schöpferische Kraft&amp;#039;&amp;#039; nicht abgeschmackt, und man darf in ebenso gutem Deutsch von einem &amp;#039;&amp;#039;musikalischen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;künstlerischen Genuß&amp;#039;&amp;#039; sprechen wie von einem &amp;#039;&amp;#039;Musik&amp;#039;&amp;#039;- oder &amp;#039;&amp;#039;Kunstgenuß&amp;#039;&amp;#039;. Wohin sollte es führen, wenn Ausdrücke wie &amp;#039;&amp;#039;kriegerische Ereignisse&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;junkerliches Regiment, körperliche Bewegung, winterliche Landschaft, regnerische Tage, gärtnerische Anlagen, elterliches Haus&amp;#039;&amp;#039; nicht mehr geschrieben werden dürften, sondern auf Geheiß eines Zuchtmeisters einzig die Hauptwortgebilde? Die Sprache unterscheidet sehr fein und sehr notwendig zwischen beiwörtlichen und hauptwörtlichen Bildungen: &amp;#039;&amp;#039;kriegerische Ereignisse&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Kriegsereignisse, junkerliches Regiment&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Junkerregiment&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;körperliche Bewegungen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Körperbewegungen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;erziehliche Wirkungen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Erziehungswirkungen&amp;#039;&amp;#039; usw. sind keineswegs gleichzusetzen. Z. B. kann ein &amp;#039;&amp;#039;junkerliches Regiment&amp;#039;&amp;#039; auch geführt werden von Nichtjunkern, dagegen ein &amp;#039;&amp;#039;Junkerregiment&amp;#039;&amp;#039; nur von geborenen Junkern, und so fort. Man denke nur an den Unterschied zwischen Beiwort- und Hauptwortform bei &amp;#039;&amp;#039;Schillersche Gedichte&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Schillers Gedichte&amp;#039;&amp;#039;: das erste wäre als Buchtitel unmöglich.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Die Forderung eines von dieser Gattung, man müsse überall da, wo ein zusammengesetztes Hauptwort besteht, den Gebrauch eines Beiworts und Hauptworts vermeiden, weil der aufgelöste Ausdruck ,beängstigend&amp;#039; und das Beiwort ,abgeschmackt&amp;#039; $Seite 129$ sei, muß zurückgewiesen werden. 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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 31. Mai 2017 um 12:52 Uhr</title>
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 12. April 2017 um 09:48 Uhr</title>
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<id>https://zweidat.kallimachos.de/index.php?title=Engel(1922)_Das_Beiwort_3&amp;diff=9891&amp;oldid=prev</id>
		<title>DeletedUser am 2. März 2017 um 14:37 Uhr</title>
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Ebensogut kann man natürlich sagen: ,&amp;#039;&amp;#039;das mich soeben betreffende Unglück&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und hiervon rührt die einwandfreie Wendung her: ,&amp;#039;&amp;#039;der Betreffende&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; oder: ,&amp;#039;&amp;#039;der betreffende Vorfall&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, mit Auslassung von: ,&amp;#039;&amp;#039;uns&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; oder ,&amp;#039;&amp;#039;den Gegenstand&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;. Der bloße Umstand, daß der Kanzleistil den ,&amp;#039;&amp;#039;Betreffenden&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; als Haupt- wie als Beiwort besonders liebt, kann uns noch nicht hindern, es im guten Schriftdeutsch zu gebrauchen: die Kanzlei hat ein wohlberechtigtes Bedürfnis nach solchen Ausdrücken. Also getrost: ,&amp;#039;&amp;#039;Der Betreffende ist nicht erschienen, Er hat den betreffenden Band des Werkes nicht mitgebracht.&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; Der Einwand, es sei ja nicht &amp;#039;&amp;#039;der Betreffende&amp;#039;&amp;#039;, sondern &amp;#039;&amp;#039;der Betroffene&amp;#039;&amp;#039;, ist nicht stichhaltig, denn es ist sowohl &amp;#039;&amp;#039;der&amp;#039;&amp;#039; (uns, die Sache) &amp;#039;&amp;#039;Betreffende&amp;#039;&amp;#039; wie &amp;#039;&amp;#039;der&amp;#039;&amp;#039; (von der Sache) &amp;#039;&amp;#039;Betroffene&amp;#039;&amp;#039;. Übrigens beweist das Beispiel &amp;#039;&amp;#039;des Bedienten,&amp;#039;&amp;#039; der in Wahrheit &amp;#039;&amp;#039;ein Bedienender&amp;#039;&amp;#039; ist (S. 21), daß die Sprache die Kraft besitzt, selbst solchen Widersinn in allgemeingültigen Sinn zu verwandeln.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;Eine der ganz erfolglosen Vogelscheuchen der Gartenpolizei deutscher Sprache steht aufgerichtet gegen &amp;#039;&amp;#039;betreffend&amp;#039;&amp;#039; in jeder Anwendung, als Umstandswort wie als Beiwort. Es kommt von dem brauchbaren Zeitwort &amp;#039;&amp;#039;betreffen&amp;#039;&amp;#039; her und ist selbst gut brauchbar. ,&amp;#039;&amp;#039;Ein Unglück betrifft mich, hat mich betroffen&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; wird nicht bemängelt, mit Recht aber ,&amp;#039;&amp;#039;das mich betroffene Unglück&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; (vgl. S. 231). Ebensogut kann man natürlich sagen: ,&amp;#039;&amp;#039;das mich soeben betreffende Unglück&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und hiervon rührt die einwandfreie Wendung her: ,&amp;#039;&amp;#039;der Betreffende&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; oder: ,&amp;#039;&amp;#039;der betreffende Vorfall&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, mit Auslassung von: ,&amp;#039;&amp;#039;uns&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; oder ,&amp;#039;&amp;#039;den Gegenstand&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;. Der bloße Umstand, daß der Kanzleistil den ,&amp;#039;&amp;#039;Betreffenden&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; als Haupt- wie als Beiwort besonders liebt, kann uns noch nicht hindern, es im guten Schriftdeutsch zu gebrauchen: die Kanzlei hat ein wohlberechtigtes Bedürfnis nach solchen Ausdrücken. Also getrost: ,&amp;#039;&amp;#039;Der Betreffende ist nicht erschienen, Er hat den betreffenden Band des Werkes nicht mitgebracht.&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; Der Einwand, es sei ja nicht &amp;#039;&amp;#039;der Betreffende&amp;#039;&amp;#039;, sondern &amp;#039;&amp;#039;der Betroffene&amp;#039;&amp;#039;, ist nicht stichhaltig, denn es ist sowohl &amp;#039;&amp;#039;der&amp;#039;&amp;#039; (uns, die Sache) &amp;#039;&amp;#039;Betreffende&amp;#039;&amp;#039; wie &amp;#039;&amp;#039;der&amp;#039;&amp;#039; (von der Sache) &amp;#039;&amp;#039;Betroffene&amp;#039;&amp;#039;. 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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<id>https://zweidat.kallimachos.de/index.php?title=Engel(1922)_Das_Beiwort_3&amp;diff=9903&amp;oldid=prev</id>
		<title>DeletedUser am 5. Oktober 2016 um 18:55 Uhr</title>
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		<updated>2016-10-05T18:55:12Z</updated>

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Lessing hat gewagt: ,&amp;#039;&amp;#039;ein hoher Springer&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und so viel Gescheites auch die Gescheitheit dagegen einzuwenden hat, wir haben das Gefühl: dies und ähnliches muß erlaubt sein, wenn man der Sprache und den selbständigen Schreibern nicht jeden stolzbewußten (?) Flügelschlag lähmen will. Nicht der Springer als Menschenkörper ist hoch, sondern sein Sprung: das wissen wir — so gut wie Lessing selbst es gewußt hat —, und dennoch gefallen uns Bild und Ausdruck. Lessing stellt dem &amp;#039;&amp;#039;hohen Springer&amp;#039;&amp;#039; den &amp;#039;&amp;#039;ebenen Tänzer&amp;#039;&amp;#039; gegenüber, und da wir einmal $Seite 128$ im Bilde sind, lassen wir auch den zu. Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &amp;#039;&amp;#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&amp;#039;&amp;#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch. &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Sprachforschung&amp;#039;&amp;#039; — ist das erlaubt? Gemeint ist doch nicht die Forschung &amp;#039;&amp;#039;von Deutschen&amp;#039;&amp;#039;, sondern &amp;#039;&amp;#039;im Deutschen&amp;#039;&amp;#039;. Das habe ich mir beim Schreiben auch gesagt, habe aber diesen knappen Ausdruck vorgezogen der breiten Erforschung der deutschen Sprache, weil ich die Gemeinschaft des richtigen Verständnisses zwischen mir und dem Leser fühlte. Auf diese stete ergänzende, berichtigende Mitarbeit des Lesers unmittelbar beim ersten Lesen wird von den meisten Sprachmeistern gar kein Gewicht gelegt; darum sei bei jeder schicklichen Gelegenheit nachdrücklich auf sie hingewiesen, selbst auf die Gefahr des Abschweifens.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Wie weit man mit der Anwendung des Beiwortes zum Ausdruck von Eigenschaften gehen darf, die sich in Tätigkeiten kundtun, ist eine Frage des schriftstellerischen Geschmackes. Der Alltagschreiber sei darin eher zu vorsichtig als zu kühn. Sobald er zu zweifeln beginnt, lasse er die Hand davon. Dem Berufschriftsteller sind keine Vorschriften zu machen; er handelt auf eigne Gefahr, aus der er je nachdem als neuschöpferischer Sieger hervorgeht, oder ausgelacht wird. Was ist nicht alle gewagt worden und verunglückt! &amp;#039;&amp;#039;Lächelnde Hände, tränenvoll Bewegungen, schluchzende Verbeugungen&amp;#039;&amp;#039;. Lessing hat gewagt: ,&amp;#039;&amp;#039;ein hoher Springer&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und so viel Gescheites auch die Gescheitheit dagegen einzuwenden hat, wir haben das Gefühl: dies und ähnliches muß erlaubt sein, wenn man der Sprache und den selbständigen Schreibern nicht jeden stolzbewußten (?) Flügelschlag lähmen will. Nicht der Springer als Menschenkörper ist hoch, sondern sein Sprung: das wissen wir — so gut wie Lessing selbst es gewußt hat —, und dennoch gefallen uns Bild und Ausdruck. Lessing stellt dem &amp;#039;&amp;#039;hohen Springer&amp;#039;&amp;#039; den &amp;#039;&amp;#039;ebenen Tänzer&amp;#039;&amp;#039; gegenüber, und da wir einmal $Seite 128$ im Bilde sind, lassen wir auch den zu. Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &amp;#039;&amp;#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&amp;#039;&amp;#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch. &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Sprachforschung&amp;#039;&amp;#039; — ist das erlaubt? Gemeint ist doch nicht die Forschung &amp;#039;&amp;#039;von Deutschen&amp;#039;&amp;#039;, sondern &amp;#039;&amp;#039;im Deutschen&amp;#039;&amp;#039;. Das habe ich mir beim Schreiben auch gesagt, habe aber diesen knappen Ausdruck vorgezogen der breiten Erforschung der deutschen Sprache, weil ich die Gemeinschaft des richtigen Verständnisses zwischen mir und dem Leser fühlte. Auf diese stete ergänzende, berichtigende Mitarbeit des Lesers unmittelbar beim ersten Lesen wird von den meisten Sprachmeistern gar kein Gewicht gelegt; darum sei bei jeder schicklichen Gelegenheit nachdrücklich auf sie hingewiesen, selbst auf die Gefahr des Abschweifens.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 5. Oktober 2016 um 18:45 Uhr</title>
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		<updated>2016-10-05T18:45:48Z</updated>

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Lessing hat gewagt: ,&amp;#039;&amp;#039;ein hoher Springer&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und so viel Gescheites auch die Gescheitheit dagegen einzuwenden hat, wir haben das Gefühl: dies und ähnliches muß erlaubt sein, wenn man der Sprache und den selbständigen Schreibern nicht jeden stolzbewußten (?) Flügelschlag lähmen will. Nicht der Springer als Menschenkörper ist hoch, sondern sein Sprung: das wissen wir — so gut wie Lessing selbst es gewußt hat —, und dennoch gefallen uns Bild und Ausdruck. Lessing stellt dem &amp;#039;&amp;#039;hohen Springer&amp;#039;&amp;#039; den &amp;#039;&amp;#039;ebenen Tänzer&amp;#039;&amp;#039; gegenüber, und da wir einmal $Seite 128$ im Bilde sind, lassen wir auch den zu. Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &amp;#039;&amp;#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&amp;#039;&amp;#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch. &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Sprachforschung&amp;#039;&amp;#039; — ist das erlaubt? Gemeint ist doch nicht die Forschung &amp;#039;&amp;#039;von Deutschen&amp;#039;&amp;#039;, sondern &amp;#039;&amp;#039;im Deutschen&amp;#039;&amp;#039;. Das habe ich mir beim Schreiben auch gesagt, habe aber diesen knappen Ausdruck vorgezogen der breiten Erforschung der deutschen Sprache, weil ich die Gemeinschaft des richtigen Verständnisses zwischen mir und dem Leser fühlte. Auf diese stete ergänzende, berichtigende Mitarbeit des Lesers unmittelbar beim ersten Lesen wird von den meisten Sprachmeistern gar kein Gewicht gelegt; darum sei bei jeder schicklichen Gelegenheit nachdrücklich auf sie hingewiesen, selbst auf die Gefahr des Abschweifens.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Wie weit man mit der Anwendung des Beiwortes zum Ausdruck von Eigenschaften gehen darf, die sich in Tätigkeiten kundtun, ist eine Frage des schriftstellerischen Geschmackes. Der Alltagschreiber sei darin eher zu vorsichtig als zu kühn. Sobald er zu zweifeln beginnt, lasse er die Hand davon. Dem Berufschriftsteller sind keine Vorschriften zu machen; er handelt auf eigne Gefahr, aus der er je nachdem als neuschöpferischer Sieger hervorgeht, oder ausgelacht wird. Was ist nicht alle gewagt worden und verunglückt! &amp;#039;&amp;#039;Lächelnde Hände, tränenvoll Bewegungen, schluchzende Verbeugungen&amp;#039;&amp;#039;. Lessing hat gewagt: ,&amp;#039;&amp;#039;ein hoher Springer&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und so viel Gescheites auch die Gescheitheit dagegen einzuwenden hat, wir haben das Gefühl: dies und ähnliches muß erlaubt sein, wenn man der Sprache und den selbständigen Schreibern nicht jeden stolzbewußten (?) Flügelschlag lähmen will. Nicht der Springer als Menschenkörper ist hoch, sondern sein Sprung: das wissen wir — so gut wie Lessing selbst es gewußt hat —, und dennoch gefallen uns Bild und Ausdruck. Lessing stellt dem &amp;#039;&amp;#039;hohen Springer&amp;#039;&amp;#039; den &amp;#039;&amp;#039;ebenen Tänzer&amp;#039;&amp;#039; gegenüber, und da wir einmal $Seite 128$ im Bilde sind, lassen wir auch den zu. Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &amp;#039;&amp;#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&amp;#039;&amp;#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch. &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Sprachforschung&amp;#039;&amp;#039; — ist das erlaubt? Gemeint ist doch nicht die Forschung &amp;#039;&amp;#039;von Deutschen&amp;#039;&amp;#039;, sondern &amp;#039;&amp;#039;im Deutschen&amp;#039;&amp;#039;. Das habe ich mir beim Schreiben auch gesagt, habe aber diesen knappen Ausdruck vorgezogen der breiten Erforschung der deutschen Sprache, weil ich die Gemeinschaft des richtigen Verständnisses zwischen mir und dem Leser fühlte. Auf diese stete ergänzende, berichtigende Mitarbeit des Lesers unmittelbar beim ersten Lesen wird von den meisten Sprachmeistern gar kein Gewicht gelegt; darum sei bei jeder schicklichen Gelegenheit nachdrücklich auf sie hingewiesen, selbst auf die Gefahr des Abschweifens.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<id>https://zweidat.kallimachos.de/index.php?title=Engel(1922)_Das_Beiwort_3&amp;diff=9901&amp;oldid=prev</id>
		<title>DeletedUser am 5. Oktober 2016 um 18:42 Uhr</title>
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		<updated>2016-10-05T18:42:30Z</updated>

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Lessing hat gewagt: ,&amp;#039;&amp;#039;ein hoher Springer&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und so viel Gescheites auch die Gescheitheit dagegen einzuwenden hat, wir haben das Gefühl: dies und ähnliches muß erlaubt sein, wenn man der Sprache und den selbständigen Schreibern nicht jeden stolzbewußten (?) Flügelschlag lähmen will. Nicht der Springer als Menschenkörper ist hoch, sondern sein Sprung: das wissen wir — so gut wie Lessing selbst es gewußt hat —, und dennoch gefallen uns Bild und Ausdruck. Lessing stellt dem &amp;#039;&amp;#039;hohen Springer&amp;#039;&amp;#039; den &amp;#039;&amp;#039;ebenen Tänzer&amp;#039;&amp;#039; gegenüber, und da wir einmal $Seite 128$ im Bilde sind, lassen wir auch den zu. Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &amp;#039;&amp;#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&amp;#039;&amp;#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch. &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Sprachforschung&amp;#039;&amp;#039; — ist das erlaubt? Gemeint ist doch nicht die Forschung &amp;#039;&amp;#039;von Deutschen&amp;#039;&amp;#039;, sondern &amp;#039;&amp;#039;im Deutschen&amp;#039;&amp;#039;. Das habe ich mir beim Schreiben auch gesagt, habe aber diesen knappen Ausdruck vorgezogen der breiten Erforschung der deutschen Sprache, weil ich die Gemeinschaft des richtigen Verständnisses zwischen mir und dem Leser fühlte. Auf diese stete ergänzende, berichtigende Mitarbeit des Lesers unmittelbar beim ersten Lesen wird von den meisten Sprachmeistern gar kein Gewicht gelegt; darum sei bei jeder schicklichen Gelegenheit nachdrücklich auf sie hingewiesen, selbst auf die Gefahr des Abschweifens.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Wie weit man mit der Anwendung des Beiwortes zum Ausdruck von Eigenschaften gehen darf, die sich in Tätigkeiten kundtun, ist eine Frage des schriftstellerischen Geschmackes. Der Alltagschreiber sei darin eher zu vorsichtig als zu kühn. Sobald er zu zweifeln beginnt, lasse er die Hand davon. Dem Berufschriftsteller sind keine Vorschriften zu machen; er handelt auf eigne Gefahr, aus der er je nachdem als neuschöpferischer Sieger hervorgeht, oder ausgelacht wird. Was ist nicht alle gewagt worden und verunglückt! &amp;#039;&amp;#039;Lächelnde Hände, tränenvoll Bewegungen, schluchzende Verbeugungen&amp;#039;&amp;#039;. Lessing hat gewagt: ,&amp;#039;&amp;#039;ein hoher Springer&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und so viel Gescheites auch die Gescheitheit dagegen einzuwenden hat, wir haben das Gefühl: dies und ähnliches muß erlaubt sein, wenn man der Sprache und den selbständigen Schreibern nicht jeden stolzbewußten (?) Flügelschlag lähmen will. Nicht der Springer als Menschenkörper ist hoch, sondern sein Sprung: das wissen wir — so gut wie Lessing selbst es gewußt hat —, und dennoch gefallen uns Bild und Ausdruck. Lessing stellt dem &amp;#039;&amp;#039;hohen Springer&amp;#039;&amp;#039; den &amp;#039;&amp;#039;ebenen Tänzer&amp;#039;&amp;#039; gegenüber, und da wir einmal $Seite 128$ im Bilde sind, lassen wir auch den zu. Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &amp;#039;&amp;#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&amp;#039;&amp;#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch. &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Sprachforschung&amp;#039;&amp;#039; — ist das erlaubt? Gemeint ist doch nicht die Forschung &amp;#039;&amp;#039;von Deutschen&amp;#039;&amp;#039;, sondern &amp;#039;&amp;#039;im Deutschen&amp;#039;&amp;#039;. Das habe ich mir beim Schreiben auch gesagt, habe aber diesen knappen Ausdruck vorgezogen der breiten Erforschung der deutschen Sprache, weil ich die Gemeinschaft des richtigen Verständnisses zwischen mir und dem Leser fühlte. Auf diese stete ergänzende, berichtigende Mitarbeit des Lesers unmittelbar beim ersten Lesen wird von den meisten Sprachmeistern gar kein Gewicht gelegt; darum sei bei jeder schicklichen Gelegenheit nachdrücklich auf sie hingewiesen, selbst auf die Gefahr des Abschweifens.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 5. Oktober 2016 um 18:37 Uhr</title>
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		<updated>2016-10-05T18:37:42Z</updated>

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Lessing hat gewagt: ,&#039;&#039;ein hoher Springer&#039; &#039;&#039;, und so viel Gescheites auch die Gescheitheit dagegen einzuwenden hat, wir haben das Gefühl: dies und ähnliches muß erlaubt sein, wenn man der Sprache und den selbständigen Schreibern nicht jeden stolzbewußten (?) Flügelschlag lähmen will. Nicht der Springer als Menschenkörper ist hoch, sondern sein Sprung: das wissen wir — so gut wie Lessing selbst es gewußt hat —, und dennoch gefallen uns Bild und Ausdruck. Lessing stellt dem &#039;&#039;hohen Springer&#039;&#039; den &#039;&#039;ebenen Tänzer&#039;&#039; gegenüber, und da wir einmal $Seite 128$ im Bilde sind, lassen wir auch den zu. Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &#039;&#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&#039;&#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Wie weit man mit der Anwendung des Beiwortes zum Ausdruck von Eigenschaften gehen darf, die sich in Tätigkeiten kundtun, ist eine Frage des schriftstellerischen Geschmackes. Der Alltagschreiber sei darin eher zu vorsichtig als zu kühn. Sobald er zu zweifeln beginnt, lasse er die Hand davon. Dem Berufschriftsteller sind keine Vorschriften zu machen; er handelt auf eigne Gefahr, aus der er je nachdem als neuschöpferischer Sieger hervorgeht, oder ausgelacht wird. Was ist nicht alle gewagt worden und verunglückt! &#039;&#039;Lächelnde Hände, tränenvoll Bewegungen, schluchzende Verbeugungen&#039;&#039;. Lessing hat gewagt: ,&#039;&#039;ein hoher Springer&#039; &#039;&#039;, und so viel Gescheites auch die Gescheitheit dagegen einzuwenden hat, wir haben das Gefühl: dies und ähnliches muß erlaubt sein, wenn man der Sprache und den selbständigen Schreibern nicht jeden stolzbewußten (?) Flügelschlag lähmen will. Nicht der Springer als Menschenkörper ist hoch, sondern sein Sprung: das wissen wir — so gut wie Lessing selbst es gewußt hat —, und dennoch gefallen uns Bild und Ausdruck. Lessing stellt dem &#039;&#039;hohen Springer&#039;&#039; den &#039;&#039;ebenen Tänzer&#039;&#039; gegenüber, und da wir einmal $Seite 128$ im Bilde sind, lassen wir auch den zu. Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &#039;&#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&#039;&#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch. &#039;&#039;Deutsche Sprachforschung&#039;&#039; — ist das erlaubt? Gemeint ist doch nicht die Forschung &#039;&#039;von Deutschen&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;im Deutschen&#039;&#039;. Das habe ich mir beim Schreiben auch gesagt, habe aber diesen knappen Ausdruck vorgezogen der breiten Erforschung der deutschen Sprache, weil ich die Gemeinschaft des richtigen Verständnisses zwischen mir und dem Leser fühlte. Auf diese stete ergänzende, berichtigende Mitarbeit des Lesers unmittelbar beim ersten Lesen wird von den meisten Sprachmeistern gar kein Gewicht gelegt; darum sei bei jeder schicklichen Gelegenheit nachdrücklich auf sie hingewiesen, selbst auf die Gefahr des Abschweifens.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 5. Oktober 2016 um 18:29 Uhr</title>
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		<updated>2016-10-05T18:29:39Z</updated>

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Lessing hat gewagt: ,&amp;#039;&amp;#039;ein hoher Springer&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und so viel Gescheites auch die Gescheitheit dagegen einzuwenden hat, wir haben das Gefühl: dies und ähnliches muß erlaubt sein, wenn man der Sprache und den selbständigen Schreibern nicht jeden stolzbewußten (?) Flügelschlag lähmen will. Nicht der Springer als Menschenkörper ist hoch, sondern sein Sprung: das wissen wir — so gut wie Lessing selbst es gewußt hat —, und dennoch gefallen uns Bild und Ausdruck. Lessing stellt dem &amp;#039;&amp;#039;hohen Springer&amp;#039;&amp;#039; den &amp;#039;&amp;#039;ebenen Tänzer&amp;#039;&amp;#039; gegenüber, und da wir einmal $Seite 128$ im Bilde sind, lassen wir auch den zu. Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &amp;#039;&amp;#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&amp;#039;&amp;#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Wie weit man mit der Anwendung des Beiwortes zum Ausdruck von Eigenschaften gehen darf, die sich in Tätigkeiten kundtun, ist eine Frage des schriftstellerischen Geschmackes. Der Alltagschreiber sei darin eher zu vorsichtig als zu kühn. Sobald er zu zweifeln beginnt, lasse er die Hand davon. Dem Berufschriftsteller sind keine Vorschriften zu machen; er handelt auf eigne Gefahr, aus der er je nachdem als neuschöpferischer Sieger hervorgeht, oder ausgelacht wird. 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Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &amp;#039;&amp;#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&amp;#039;&amp;#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 5. Oktober 2016 um 18:24 Uhr</title>
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		<updated>2016-10-05T18:24:41Z</updated>

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Lessing hat gewagt: ,&amp;#039;&amp;#039;ein hoher Springer&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und so viel Gescheites auch die Gescheitheit dagegen einzuwenden hat, wir haben das Gefühl: dies und ähnliches muß erlaubt sein, wenn man der Sprache und den selbständigen Schreibern nicht jeden stolzbewußten (?) Flügelschlag lähmen will. Nicht der Springer als Menschenkörper ist hoch, sondern sein Sprung: das wissen wir — so gut wie Lessing selbst es gewußt hat —, und dennoch gefallen uns Bild und Ausdruck. Lessing stellt dem &amp;#039;&amp;#039;hohen Springer&amp;#039;&amp;#039; den &amp;#039;&amp;#039;ebenen Tänzer&amp;#039;&amp;#039; gegenüber, und da wir einmal $Seite 128$ im Bilde sind, lassen wir auch den zu. Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &amp;#039;&amp;#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&amp;#039;&amp;#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Wie weit man mit der Anwendung des Beiwortes zum Ausdruck von Eigenschaften gehen darf, die sich in Tätigkeiten kundtun, ist eine Frage des schriftstellerischen Geschmackes. Der Alltagschreiber sei darin eher zu vorsichtig als zu kühn. Sobald er zu zweifeln beginnt, lasse er die Hand davon. Dem Berufschriftsteller sind keine Vorschriften zu machen; er handelt auf eigne Gefahr, aus der er je nachdem als neuschöpferischer Sieger hervorgeht, oder ausgelacht wird. 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Es kann nur zur dichterischen Belebung der nüchternen Prosa dienen, wenn das Beiwort so flüssig bleibt, daß es ins Zeitwort hineinschillert, und bei aller Berechtigung fester Sprachzucht darf die Freiheit des guten Schriftstellers nicht über Gebühr beengt werden. Kritteleien der Sprachvernünftler an Ausdrücken wie: &amp;#039;&amp;#039;ein scharfer Denker, ein feiner Beurteiler&amp;#039;&amp;#039; sind lächerlich und schädlich zugleich, um so schädlicher, aus je berufnerem Munde (ist dies erlaubt?) sie kommen, denn sie wirken lähmend. Oder Sie wirken noch schlimmer: sie machen die ganze Schreiberwelt jeder vernünftigen Unterweisung abgeneigt. Ohne die weit über alles Maß hinausschweifende Sprachschulmeisterei müßten wir heute, nach einem vollen Jahrhundert eifriger deutscher Sprachforschung und -belehrung, schon viel weiter sein im guten Deutsch.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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