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	<title>Engel(1922) Das Vorwort 2 - Versionsgeschichte</title>
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		<title>DeletedUser am 28. März 2018 um 12:47 Uhr</title>
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Die Entscheidung richtet sich je nach der Auffassung, ob es sich mehr um den Begriff der Ruhe, des Zustandes, oder mehr um den der Bewegung, der Richtung, der Hinzielung handelt. Es ist Sache der innern Anschauung, wofür $Seite 177$ man sich entscheiden will; nur sollte die Entscheidung nach einigem Nachdenken getroffen werden. Wo sie nach dem Urteil eines Lesers oder Sprachmeisters etwa nicht richtig getroffen ist, da spreche man nicht gleich von grobem Fehler oder Unsinn. ,&amp;#039;&amp;#039;Das Feuer brennt mir auf den Nägeln&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; ist vielleicht nicht ganz so gut wie ,&amp;#039;&amp;#039;auf die Nägel&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, aber ich würde nicht wagen, es falsch, geschweige denn Unsinn zu nennen. ,&amp;#039;&amp;#039;Ich halte mich an deinem Wort&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; läßt sich gar wohl rechtfertigen mit der zugrunde liegenden Anschauung: &amp;#039;&amp;#039;ich halte mich an deinem Worte fest&amp;#039;&amp;#039;; wogegen ,&amp;#039;&amp;#039;ich halte mich an dein Wort&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; auf der Vorstellung ruht: &amp;#039;&amp;#039;ich berufe mich auf, ich stütze mich auf dein Wort&amp;#039;&amp;#039;, und zwar mit einer darauf hinzielenden Bewegung. In solchen Fällen, wo feste Verbindungen mit einem bestimmten Falle vorliegen, haben wir nicht mehr zu deuteln, sondern dem ausgeprägten Sprachgebrauche zu folgen. Dieser schreibt nun einmal vor: ,&amp;#039;&amp;#039;Ich halte mich an dich&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und dies ist gutes Deutsch; ,&amp;#039;&amp;#039;Ich halte mich an dir&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; wäre nicht falsch, wenn eben nicht der Sprachgebrauch den 4. Fall bevorzugte.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Bei den Vorwörtern mit 3. und 4. Fall (&amp;#039;&amp;#039;an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen&amp;#039;&amp;#039;) gilt die altbekannte Grundregel: 3. 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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 19. September 2017 um 11:30 Uhr</title>
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Es ist Sache der innern Anschauung, wofür $Seite 177$ man sich entscheiden will; nur sollte die Entscheidung nach einigem Nachdenken getroffen werden. Wo sie nach dem Urteil eines Lesers oder Sprachmeisters etwa nicht richtig getroffen ist, da spreche man nicht gleich von grobem Fehler oder Unsinn. ,&#039;&#039;Das Feuer brennt mir auf den Nägeln&#039; &#039;&#039; ist vielleicht nicht ganz so gut wie ,&#039;&#039;auf die Nägel&#039; &#039;&#039;, aber ich würde nicht wagen, es falsch, geschweige denn Unsinn zu nennen. ,&#039;&#039;Ich halte mich an deinem Wort&#039; &#039;&#039; läßt sich gar wohl rechtfertigen mit der zugrunde liegenden Anschauung: &#039;&#039;ich halte mich an deinem Worte fest&#039;&#039;; wogegen ,&#039;&#039;ich halte mich an dein Wort&#039; &#039;&#039; auf der Vorstellung ruht: &#039;&#039;ich berufe mich auf, ich stütze mich auf dein Wort&#039;&#039;, und zwar mit einer darauf hinzielenden Bewegung. In solchen Fällen, wo feste Verbindungen mit einem bestimmten Falle vorliegen, haben wir nicht mehr zu deuteln, sondern dem ausgeprägten Sprachgebrauche zu folgen. Dieser schreibt nun einmal vor: ,&#039;&#039;Ich halte mich an dich&#039; &#039;&#039;, und dies ist gutes Deutsch; ,&#039;&#039;Ich halte mich an dir&#039; &#039;&#039; wäre nicht falsch, wenn eben nicht der Sprachgebrauch den 4. Fall bevorzugte. Das berühmteste Beispiel ist die allbekannte Stelle in Schillers Tell (Akt 4,3): &#039;&#039;Auf dieser Bank von Stein will ich mich setzen&#039;&#039;. Vielen Millionen deutscher Schüler, so einst mir von dem trefflichen Albert Heintze, ist mit Aufbietung großen Scharfsinns auseinandergesetzt worden, daß und warum der 3. Fall von Schiller mit gutem Grunde gewählt worden sei, — meist ohne ein nachdenkliches Kind ganz zu überzeugen. Ein seltsamer Zufall hatte mich kurz vor Ausbruch des Weltkrieges zu einer Handschrift in der Königlichen Bibliothek zu Berlin geführt, die mir des Rätsels erfreulichste Lösung zu bringen schien. Da stand in schöner, klarer Handschrift, die mir durchaus Schillerisch erschien: &#039;&#039;Auf diese Bank von Stein will ich mich setzen&#039;&#039;. Leider war meine Freude über diesen Fund trügerisch gewesen: ein fälschender Abschreiber hatte Schillers berühmteste Gedichte und mehre Bruchstücke seiner Dramen, darunter den 4. Akt des Tell, täuschend ähnlich nachgeschrieben und entweder in den Handel gebracht oder verschenkt. Riemers Witwe hatte sie seinerzeit als echte Handschriften Schillers der Königlichen Bibliothek überwiesen. Trotz dieser Enttäuschung neige ich mich der Vermutung zu, ,&#039;&#039;auf dieser Bank&#039; &#039;&#039; ist nur ein Satzfehler in der Cottaschen Druckerei, den Schiller übersehen hat. Um den 3. Fall annehmbar zu machen, haben viele Erklärer geklügelt, Tell stehe schon an der Bank $Seite 178$ sitze wohl gar schon halb darauf, es walte also ein gewisser Zustand der Ruhe vor, woraus der Übergang ins völlige Sitzen mit Hilfe des 3. Falles leicht erfolgen könne. Gewiß, zur alleräußersten Not ließe sich dergleichen wohl ertifteln, nur daß große Dichter solche gewundene Gedankengänge für so einfache Vorstellungen nicht zu gehen pflegen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Bei den Vorwörtern mit 3. und 4. Fall (&#039;&#039;an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen&#039;&#039;) gilt die altbekannte Grundregel: 3. Fall auf die Frage &#039;&#039;Wo?&#039;&#039;, 4. 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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 18. September 2017 um 12:15 Uhr</title>
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		<title>DeletedUser am 7. Juni 2017 um 13:08 Uhr</title>
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		<title>DeletedUser am 13. April 2017 um 11:52 Uhr</title>
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		<title>DeletedUser am 12. April 2017 um 11:29 Uhr</title>
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Die Entscheidung richtet sich je nach der Auffassung, ob es sich mehr um den Begriff der Ruhe, des Zustandes, oder mehr um den der Bewegung, der Richtung, der Hinzielung handelt. Es ist Sache der innern Anschauung, wofür $Seite 177$ man sich entscheiden will; nur sollte die Entscheidung nach einigem Nachdenken getroffen werden. Wo sie nach dem Urteil eines Lesers oder Sprachmeisters etwa nicht richtig getroffen ist, da spreche man nicht gleich von grobem Fehler oder Unsinn. ,&amp;#039;&amp;#039;Das Feuer brennt mir auf den Nägeln&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; ist vielleicht nicht ganz so gut wie ,&amp;#039;&amp;#039;auf die Nägel&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, aber ich würde nicht wagen, es falsch, geschweige denn Unsinn zu nennen. ,&amp;#039;&amp;#039;Ich halte mich an deinem Wort&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; läßt sich gar wohl rechtfertigen mit der zugrunde liegenden Anschauung: &amp;#039;&amp;#039;ich halte mich an deinem Worte fest&amp;#039;&amp;#039;; wogegen ,&amp;#039;&amp;#039;ich halte mich an dein Wort&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; auf der Vorstellung ruht: &amp;#039;&amp;#039;ich berufe mich auf, ich stütze mich auf dein Wort&amp;#039;&amp;#039;, und zwar mit einer darauf hinzielenden Bewegung. In solchen Fällen, wo feste Verbindungen mit einem bestimmten Falle vorliegen, haben wir nicht mehr zu deuteln, sondern dem ausgeprägten Sprachgebrauche zu folgen. Dieser schreibt nun einmal vor: ,&amp;#039;&amp;#039;Ich halte mich an dich&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und dies ist gutes Deutsch; ,&amp;#039;&amp;#039;Ich halte mich an dir&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; wäre nicht falsch, wenn eben nicht der Sprachgebrauch den 4. Fall bevorzugte. Das berühmteste Beispiel ist die allbekannte Stelle in Schillers Tell (Akt 4,3): &amp;#039;&amp;#039;Auf dieser Bank von Stein will ich mich setzen&amp;#039;&amp;#039;. Vielen Millionen deutscher Schüler, so einst mir von dem trefflichen Albert Heintze, ist mit Aufbietung großen Scharfsinns auseinandergesetzt worden, daß und warum der 3. Fall von Schiller mit gutem Grunde gewählt worden sei, — meist ohne ein nachdenkliches Kind ganz zu überzeugen. Ein seltsamer Zufall hatte mich kurz vor Ausbruch des Weltkrieges zu einer Handschrift in der Königlichen Bibliothek zu Berlin geführt, die mir des Rätsels erfreulichste Lösung zu bringen schien. Da stand in schöner, klarer Handschrift, die mir durchaus Schillerisch erschien: &amp;#039;&amp;#039;Auf diese Bank von Stein will ich mich setzen&amp;#039;&amp;#039;. Leider war meine Freude über diesen Fund trügerisch gewesen: ein fälschender Abschreiber hatte Schillers berühmteste Gedichte und mehre Bruchstücke seiner Dramen, darunter den 4. Akt des Tell, täuschend ähnlich nachgeschrieben und entweder in den Handel gebracht oder verschenkt. Riemers Witwe hatte sie seinerzeit als echte Handschriften Schillers der Königlichen Bibliothek überwiesen. Trotz dieser Enttäuschung neige ich mich der Vermutung zu, ,&amp;#039;&amp;#039;auf dieser Bank&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; ist nur ein Satzfehler in der Cottaschen Druckerei, den Schiller übersehen hat. Um den 3. Fall annehmbar zu machen, haben viele Erklärer geklügelt, Tell stehe schon an der Bank $Seite 178$ sitze wohl gar schon halb darauf, es walte also ein gewisser Zustand der Ruhe vor, woraus der Übergang ins völlige Sitzen mit Hilfe des 3. Falles leicht erfolgen könne. Gewiß, zur alleräußersten Not ließe sich dergleichen wohl ertifteln, nur daß große Dichter solche gewundene Gedankengänge für so einfache Vorstellungen nicht zu gehen pflegen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Bei den Vorwörtern mit 3. und 4. Fall (&amp;#039;&amp;#039;an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen&amp;#039;&amp;#039;) gilt die altbekannte Grundregel: 3. 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Wo sie nach dem Urteil eines Lesers oder Sprachmeisters etwa nicht richtig getroffen ist, da spreche man nicht gleich von grobem Fehler oder Unsinn. ,&amp;#039;&amp;#039;Das Feuer brennt mir auf den Nägeln&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; ist vielleicht nicht ganz so gut wie ,&amp;#039;&amp;#039;auf die Nägel&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, aber ich würde nicht wagen, es falsch, geschweige denn Unsinn zu nennen. ,&amp;#039;&amp;#039;Ich halte mich an deinem Wort&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; läßt sich gar wohl rechtfertigen mit der zugrunde liegenden Anschauung: &amp;#039;&amp;#039;ich halte mich an deinem Worte fest&amp;#039;&amp;#039;; wogegen ,&amp;#039;&amp;#039;ich halte mich an dein Wort&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; auf der Vorstellung ruht: &amp;#039;&amp;#039;ich berufe mich auf, ich stütze mich auf dein Wort&amp;#039;&amp;#039;, und zwar mit einer darauf hinzielenden Bewegung. 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Ein seltsamer Zufall hatte mich kurz vor Ausbruch des Weltkrieges zu einer Handschrift in der Königlichen Bibliothek zu Berlin geführt, die mir des Rätsels erfreulichste Lösung zu bringen schien. Da stand in schöner, klarer Handschrift, die mir durchaus Schillerisch erschien: &amp;#039;&amp;#039;Auf diese Bank von Stein will ich mich setzen&amp;#039;&amp;#039;. Leider war meine Freude über diesen Fund trügerisch gewesen: ein fälschender Abschreiber hatte Schillers berühmteste Gedichte und mehre Bruchstücke seiner Dramen, darunter den 4. Akt des Tell, täuschend ähnlich nachgeschrieben und entweder in den Handel gebracht oder verschenkt. Riemers Witwe hatte sie seinerzeit als echte Handschriften Schillers der Königlichen Bibliothek überwiesen. Trotz dieser Enttäuschung neige ich mich der Vermutung zu, ,&amp;#039;&amp;#039;auf dieser Bank&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; ist nur ein Satzfehler in der Cottaschen Druckerei, den Schiller übersehen hat. Um den 3. 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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 2. März 2017 um 14:42 Uhr</title>
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		<updated>2017-03-02T14:42:32Z</updated>

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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 11. Oktober 2016 um 07:10 Uhr</title>
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Die Entscheidung richtet sich je nach der Auffassung, ob es sich mehr um den Begriff der Ruhe, des Zustandes, oder mehr um den der Bewegung, der Richtung, der Hinzielung handelt. Es ist Sache der innern Anschauung, wofür $Seite 177$ man sich entscheiden will; nur sollte die Entscheidung nach einigem Nachdenken getroffen werden. Wo sie nach dem Urteil eines Lesers oder Sprachmeisters etwa nicht richtig getroffen ist, da spreche man nicht gleich von grobem Fehler oder Unsinn. ,&amp;#039;&amp;#039;Das Feuer brennt mir auf den Nägeln&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; ist vielleicht nicht ganz so gut wie ,&amp;#039;&amp;#039;auf die Nägel&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, aber ich würde nicht wagen, es falsch, geschweige denn Unsinn zu nennen. ,&amp;#039;&amp;#039;Ich halte mich an deinem Wort&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; läßt sich gar wohl rechtfertigen mit der zugrunde liegenden Anschauung: &amp;#039;&amp;#039;ich halte mich an deinem Worte fest&amp;#039;&amp;#039;; wogegen ,&amp;#039;&amp;#039;ich halte mich an dein Wort&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; auf der Vorstellung ruht: &amp;#039;&amp;#039;ich berufe mich auf, ich stütze mich auf dein Wort&amp;#039;&amp;#039;, und zwar mit einer darauf hinzielenden Bewegung. In solchen Fällen, wo feste Verbindungen mit einem bestimmten Falle vorliegen, haben wir nicht mehr zu deuteln, sondern dem ausgeprägten Sprachgebrauche zu folgen. Dieser schreibt nun einmal vor: ,&amp;#039;&amp;#039;Ich halte mich an dich&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und dies ist gutes Deutsch; ,&amp;#039;&amp;#039;Ich halte mich an dir&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; wäre nicht falsch, wenn eben nicht der Sprachgebrauch den 4. Fall bevorzugte. Das berühmteste Beispiel ist die allbekannte Stelle in Schillers Tell (Akt 4,3): &amp;#039;&amp;#039;Auf dieser Bank von Stein will ich mich setzen&amp;#039;&amp;#039;. Vielen Millionen deutscher Schüler, so einst mir von dem trefflichen Albert Heintze, ist mit Aufbietung großen Scharfsinns auseinandergesetzt worden, daß und warum der 3. Fall von Schiller mit gutem Grunde gewählt worden sei, — meist ohne ein nachdenkliches Kind ganz zu überzeugen. Ein seltsamer Zufall hatte mich kurz vor Ausbruch des Weltkrieges zu einer Handschrift in der Königlichen Bibliothek zu Berlin geführt, die mir des Rätsels erfreulichste Lösung zu bringen schien. Da stand in schöner, klarer Handschrift, die mir durchaus Schillerisch erschien: &amp;#039;&amp;#039;Auf diese Bank von Stein will ich mich setzen&amp;#039;&amp;#039;. Leider war meine Freude über diesen Fund trügerisch gewesen: ein fälschender Abschreiber hatte Schillers berühmteste Gedichte und mehre Bruchstücke seiner Dramen, darunter den 4. Akt des Tell, täuschend ähnlich nachgeschrieben und entweder in den Handel gebracht oder verschenkt. Riemers Witwe hatte sie seinerzeit als echte Handschriften Schillers der Königlichen Bibliothek überwiesen. Trotz dieser Enttäuschung neige ich mich der Vermutung zu, ,&amp;#039;&amp;#039;auf dieser Bank&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; ist nur ein Satzfehler in der Cottaschen Druckerei, den Schiller übersehen hat. Um den 3. Fall annehmbar zu machen, haben viele Erklärer geklügelt, Tell stehe schon an der Bank $Seite 178$ sitze wohl gar schon halb darauf, es walte also ein gewisser Zustand der Ruhe vor, woraus der Übergang ins völlige Sitzen mit Hilfe des 3. Falles leicht erfolgen könne. Gewiß, zur alleräußersten Not ließe sich dergleichen wohl ertifteln, nur daß große Dichter solche gewundene Gedankengänge für so einfache Vorstellungen nicht zu gehen pflegen.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Bei den Vorwörtern mit 3. und 4. Fall (&amp;#039;&amp;#039;an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen&amp;#039;&amp;#039;) gilt die altbekannte Grundregel: 3. Fall auf die Frage &amp;#039;&amp;#039;Wo?&amp;#039;&amp;#039;, 4. Fall auf die Frage &amp;#039;&amp;#039;Wohin?&amp;#039;&amp;#039; Gegen diese Regel wird im allgemeinen selten verstoßen, nur gibt es hier ungefähr ebenso viele schwankende und zweifelhafte Fügungen wie fürs Zeitwort zwischen &amp;#039;&amp;#039;Haben&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Sein&amp;#039;&amp;#039;. Die Entscheidung richtet sich je nach der Auffassung, ob es sich mehr um den Begriff der Ruhe, des Zustandes, oder mehr um den der Bewegung, der Richtung, der Hinzielung handelt. Es ist Sache der innern Anschauung, wofür $Seite 177$ man sich entscheiden will; nur sollte die Entscheidung nach einigem Nachdenken getroffen werden. 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In solchen Fällen, wo feste Verbindungen mit einem bestimmten Falle vorliegen, haben wir nicht mehr zu deuteln, sondern dem ausgeprägten Sprachgebrauche zu folgen. Dieser schreibt nun einmal vor: ,&amp;#039;&amp;#039;Ich halte mich an dich&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;, und dies ist gutes Deutsch; ,&amp;#039;&amp;#039;Ich halte mich an dir&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; wäre nicht falsch, wenn eben nicht der Sprachgebrauch den 4. Fall bevorzugte. Das berühmteste Beispiel ist die allbekannte Stelle in Schillers Tell (Akt 4,3): &amp;#039;&amp;#039;Auf dieser Bank von Stein will ich mich setzen&amp;#039;&amp;#039;. Vielen Millionen deutscher Schüler, so einst mir von dem trefflichen Albert Heintze, ist mit Aufbietung großen Scharfsinns auseinandergesetzt worden, daß und warum der 3. Fall von Schiller mit gutem Grunde gewählt worden sei, — meist ohne ein nachdenkliches Kind ganz zu überzeugen. Ein seltsamer Zufall hatte mich kurz vor Ausbruch des Weltkrieges zu einer Handschrift in der Königlichen Bibliothek zu Berlin geführt, die mir des Rätsels erfreulichste Lösung zu bringen schien. Da stand in schöner, klarer Handschrift, die mir durchaus Schillerisch erschien: &amp;#039;&amp;#039;Auf diese Bank von Stein will ich mich setzen&amp;#039;&amp;#039;. Leider war meine Freude über diesen Fund trügerisch gewesen: ein fälschender Abschreiber hatte Schillers berühmteste Gedichte und mehre Bruchstücke seiner Dramen, darunter den 4. Akt des Tell, täuschend ähnlich nachgeschrieben und entweder in den Handel gebracht oder verschenkt. Riemers Witwe hatte sie seinerzeit als echte Handschriften Schillers der Königlichen Bibliothek überwiesen. Trotz dieser Enttäuschung neige ich mich der Vermutung zu, ,&amp;#039;&amp;#039;auf dieser Bank&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039; ist nur ein Satzfehler in der Cottaschen Druckerei, den Schiller übersehen hat. Um den 3. 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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<id>https://zweidat.kallimachos.de/index.php?title=Engel(1922)_Das_Vorwort_2&amp;diff=10039&amp;oldid=prev</id>
		<title>DeletedUser am 11. Oktober 2016 um 07:06 Uhr</title>
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		<updated>2016-10-11T07:06:51Z</updated>

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