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	<title>Engel(1922) Guter Stil - Versionsgeschichte</title>
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		<title>DeletedUser am 4. April 2018 um 17:12 Uhr</title>
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 1. April 2018 um 14:12 Uhr</title>
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 9. März 2018 um 16:58 Uhr</title>
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 19. September 2017 um 12:03 Uhr</title>
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		<title>DeletedUser am 19. September 2017 um 12:02 Uhr</title>
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		<title>DeletedUser am 19. September 2017 um 12:01 Uhr</title>
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Man schreibe nicht, ,wie einem der Schnabel gewachsen ist&#039;, denn man schreibt nicht für sich, sondern für Andre; man schreibe aber nicht, wie man niemals sprechen würde, wie kein Mensch wirklich spricht. Dieses Buch, das im Gegensatze zu manchem andern die wirkliche Sprache als obersten Gerichtshof für fast jede Zweifelfrage anruft, kann am Schluß auch nur eindringlich raten, sich mit seinem Stil ans Leben der Sprache zu halten. Jeder hat ein sehr feines Ohr für die Ziererei der Andern: er versuche, durch strengste Selbstprüfung herauszuhören, ob seine Sprache irgendwo unnatürlich, nur gemacht klingt, und tilge die leiseste Spur der geschriebenen papiernen Unnatur aus. Guter, ja schöner Stil ist immer nur der dem eignen Sprachwesen entsprossene. Wessen Sprache nicht blühend ist, der versuche sich nicht in Redeblumen; wer im Leben schlicht und recht spricht, der quäle sich keine Geistreichigkeiten oder gar Witzchen ab; wer ein tüchtiger Mensch von dieser Erde ist, der versuche nicht in den Wolken zu wandeln und den Dichter in Prosa zu spielen. Alle solche Unechtheiten werden vom Leser gar bald erkannt, und die ganze erquälte Erhabenheit oder Geistreichelei oder Scheinpoeterei versinken in ihr Nichts. $Seite 329$ Gutes Deutsch ist die selbstverständliche Voraussetzung zum guten Stil, Sprachrichtigkeit die zur Sprachschönheit. In den andern Bildungsländern verstand es sich allzeit von selbst, daß, wer gut schreiben wolle, zuvor seine Muttersprache fehlerfrei, fleckenlos schreiben müsse; in Deutschland beginnt diese Überzeugung sich eigentlich erst seit einem Menschenalter allgemein durchzusetzen. Zu jeder edlen Kunst gehört die vollkommne Herrschaft über das Handwerk dieser Kunst: das der Stilkunst heißt Sprachrichtigkeit — in dem immer wiederholten Sinne dieses Buches, daß nicht die Sprachmeister, sondern der Sprachgebrauch der Gebildetsten am letzten Ende entscheidet, was falsch, was richtig ist. Daß sich hierbei herausgestellt hat, wie sicher in den meisten Fällen der gute Sprachgebrauch seinen Weg durch Falsch und Richtig zu finden weiß, wird hoffentlich den allermeisten Lesern zur Freude gereicht haben. Mit der wohlbegründeten Überzeugung, daß in Deutschland nicht so schlecht gesprochen wird, wie die Krittler und Merker es ihrem Volke seit Geschlechtern aufgeredet haben, wird vielleicht eine neue Spanne der deutschen Sprachpflege anheben; nennen wir sie die der Sprachfreude.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Es gibt eine Wissenschaft vom Stil, und die ist erlernbar; der Stil selbst ist eine der schönen Künste, die man als Naturgabe besitzen muß, um sich in ihr zu vervollkommnen, die man aber nicht erlernen kann wie eine fremde Sprache. Dennoch ist es kein unberechtigter Wunsch jedes schreibenden Deutschen, außer gutem Deutsch einen guten Stil zu beherrschen. Bis zum gewissen Grade ist dieser Wunsch erfüllbar, vorausgesetzt, daß man sich fest vorsetzt und ausführt: nur seinen Stil zu schreiben, keines Andern Stil nachzuahmen oder nachzuäffen, seiner Natur auch im Schreiben getreu zu bleiben und alles zu meiden, was nicht aus ihr fließt, sondern eitel gewollt und gesucht ist. Man schreibe nicht, ,wie einem der Schnabel gewachsen ist&#039;, denn man schreibt nicht für sich, sondern für Andre; man schreibe aber nicht, wie man niemals sprechen würde, wie kein Mensch wirklich spricht. Dieses Buch, das im Gegensatze zu manchem andern die wirkliche Sprache als obersten Gerichtshof für fast jede Zweifelfrage anruft, kann am Schluß auch nur eindringlich raten, sich mit seinem Stil ans Leben der Sprache zu halten. Jeder hat ein sehr feines Ohr für die Ziererei der Andern: er versuche, durch strengste Selbstprüfung herauszuhören, ob seine Sprache irgendwo unnatürlich, nur gemacht klingt, und tilge die leiseste Spur der geschriebenen papiernen Unnatur aus. Guter, ja schöner Stil ist immer nur der dem eignen Sprachwesen entsprossene. Wessen Sprache nicht blühend ist, der versuche sich nicht in Redeblumen; wer im Leben schlicht und recht spricht, der quäle sich keine Geistreichigkeiten oder gar Witzchen ab; wer ein tüchtiger Mensch von dieser Erde ist, der versuche nicht in den Wolken zu wandeln und den Dichter in Prosa zu spielen. Alle solche Unechtheiten werden vom Leser gar bald erkannt, und die ganze erquälte Erhabenheit oder Geistreichelei oder Scheinpoeterei versinken in ihr Nichts.  &lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 19. April 2017 um 13:00 Uhr</title>
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		<title>DeletedUser am 19. April 2017 um 12:57 Uhr</title>
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		<title>DeletedUser am 19. April 2017 um 12:53 Uhr</title>
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		<updated>2017-04-19T12:53:02Z</updated>

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