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	<title>Wustmann(1903) Die Familie Nachfolger - Versionsgeschichte</title>
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		<id>https://zweidat.kallimachos.de/index.php?title=Wustmann(1903)_Die_Familie_Nachfolger&amp;diff=8985&amp;oldid=prev</id>
		<title>DeletedUser am 22. Mai 2017 um 19:11 Uhr</title>
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		<updated>2017-05-22T19:11:18Z</updated>

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Aber unsre Kaufleute müssen natürlich das Fremde nachäffen; sie nennen sich &#039;&#039;Schmidt Gebrüder, Blembel Gebrüder, Ury Gebrüder&#039;&#039;. Sie gehen aber noch weiter. Während der Franzose sagt: &#039;&#039;Veuve Cliquot&#039;&#039;, schreibt der Deutsche: &#039;&#039;M. D. Schwennicke Witwe&#039;&#039;, ja selbst wo es $Seite 201$ sich gar nicht um ein Verwandtschaftsverhältnis handelt, leimt er ein Appellativ und einen Personennamen in dieser Weise zusammen, statt ein Attribut zu bilden; in unsrer Geschäftswelt wimmelt es schon von Firmen, die alle so aussehen, als ob ihre Inhaber den Familiennamen Nachfolger und dabei die seltsamsten Vornamen führten, wie: &#039;&#039;C. F. Kahnt Nachfolger, Johann Jakob Huth Nachfolger&#039;&#039;, ja sogar &#039;&#039;Gebrüder Hutzelmann Nachfolger&#039;&#039; und &#039;&#039;Luise Werner Nachfolger&#039;&#039;. In großen Städten findet man kaum noch eine Straße, wo nicht Mitglieder dieser weitverzweigten Familie säßen. Auch daraus ist eine richtige dumme Mode geworden. Während früher ein Geschäft, wenn es den Inhaber wechselte, die alte Firma meist unverändert behielt, um sich deren Ruf zu erhalten — in Leipzig gibt es Firmen, die noch heute so heißen wie vor hundert und mehr als hundert Jahren, und sie befinden sich nicht schlecht dabei! —, ist jetzt manchmal ein Geschäft kaum zwei, drei Jahre alt, und schon prangt der &#039;&#039;Nachfolge&#039;&#039; auf der Firma. Manchen will ja nun die Dummheit, den Personennamen dabei im Nominativ stehen zu lassen, nicht recht in den Kopf; man sieht das an der verschiednen Art und Weise, wie sie sich quälen, sie hinzuschreiben. Die meisten schreiben freilich dreist: &#039;&#039;Ferdinand Schmidt Nachfolger&#039;&#039;. Andre schreiben aber doch mit Komma: &#039;&#039;Ferdinand Schmidt, Nachfolger&#039;&#039;, was zwischen einem &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&lt;/del&gt;&#039;&#039;Schneider&#039;&#039; und einem &#039;&#039;Fleischer&#039;&#039; so aussieht, als ob die Beschäftigung dieses Biedermanns im &#039;&#039;Nachfolgen&#039;&#039; bestünde, andre ganz klein, als ob sie sich ein bißchen schämten: &#039;&#039;Ferdinand Schmidt Nachfolger&#039;&#039;. Nur auf das einzig vernünftige: &#039;&#039;Ferdinand Schmidts Nachfolger&#039;&#039; verfällt keiner.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Ebenso einfältig ist noch ein andrer Unfug, der auch auf bloße Nachäfferei des Französischen und des Englischen zurückzuführen ist. Der französische Geschäftsstil setzt &#039;&#039;père, fils&#039;&#039; und &#039;&#039;frères&#039;&#039;, der englische &#039;&#039;brothers&#039;&#039; als Apposition hinter den Personennamen: &#039;&#039;Dumas fils, Shakelford brothers&#039;&#039;. Im Deutschen ist das ganz unmöglich, wir können nur von dem &#039;&#039;Wörterbuch der Gebrüder Grimm&#039;&#039; reden, nicht &#039;&#039;der Grimm Gebrüder&#039;&#039;. Aber unsre Kaufleute müssen natürlich das Fremde nachäffen; sie nennen sich &#039;&#039;Schmidt Gebrüder, Blembel Gebrüder, Ury Gebrüder&#039;&#039;. Sie gehen aber noch weiter. Während der Franzose sagt: &#039;&#039;Veuve Cliquot&#039;&#039;, schreibt der Deutsche: &#039;&#039;M. D. Schwennicke Witwe&#039;&#039;, ja selbst wo es $Seite 201$ sich gar nicht um ein Verwandtschaftsverhältnis handelt, leimt er ein Appellativ und einen Personennamen in dieser Weise zusammen, statt ein Attribut zu bilden; in unsrer Geschäftswelt wimmelt es schon von Firmen, die alle so aussehen, als ob ihre Inhaber den Familiennamen &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;Nachfolger&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039; &lt;/ins&gt;und dabei die seltsamsten Vornamen führten, wie: &#039;&#039;C. F. 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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 6. April 2017 um 12:42 Uhr</title>
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Aber unsre Kaufleute müssen natürlich das Fremde nachäffen; sie nennen sich &amp;#039;&amp;#039;Schmidt Gebrüder, Blembel Gebrüder, Ury Gebrüder&amp;#039;&amp;#039;. Sie gehen aber noch weiter. Während der Franzose sagt: &amp;#039;&amp;#039;Veuve Cliquot&amp;#039;&amp;#039;, schreibt der Deutsche: &amp;#039;&amp;#039;M. D. Schwennicke Witwe&amp;#039;&amp;#039;, ja selbst wo es $Seite 201$ sich gar nicht um ein Verwandtschaftsverhältnis handelt, leimt er ein Appellativ und einen Personennamen in dieser Weise zusammen, statt ein Attribut zu bilden; in unsrer Geschäftswelt wimmelt es schon von Firmen, die alle so aussehen, als ob ihre Inhaber den Familiennamen Nachfolger und dabei die seltsamsten Vornamen führten, wie: &amp;#039;&amp;#039;C. F. Kahnt Nachfolger, Johann Jakob Huth Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;, ja sogar &amp;#039;&amp;#039;Gebrüder Hutzelmann Nachfolger&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Luise Werner Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;. In großen Städten findet man kaum noch eine Straße, wo nicht Mitglieder dieser weitverzweigten Familie säßen. Auch daraus ist eine richtige dumme Mode geworden. Während früher ein Geschäft, wenn es den Inhaber wechselte, die alte Firma meist unverändert behielt, um sich deren Ruf zu erhalten — in Leipzig gibt es Firmen, die noch heute so heißen wie vor hundert und mehr als hundert Jahren, und sie befinden sich nicht schlecht dabei! —, ist jetzt manchmal ein Geschäft kaum zwei, drei Jahre alt, und schon prangt der &amp;#039;&amp;#039;Nachfolge&amp;#039;&amp;#039; auf der Firma. Manchen will ja nun die Dummheit, den Personennamen dabei im Nominativ stehen zu lassen, nicht recht in den Kopf; man sieht das an der verschiednen Art und Weise, wie sie sich quälen, sie hinzuschreiben. Die meisten schreiben freilich dreist: &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Schmidt Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;. Andre schreiben aber doch mit Komma: &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Schmidt, Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;, was zwischen einem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schneider&amp;#039;&amp;#039; und einem &amp;#039;&amp;#039;Fleischer&amp;#039;&amp;#039; so aussieht, als ob die Beschäftigung dieses Biedermanns im &amp;#039;&amp;#039;Nachfolgen&amp;#039;&amp;#039; bestünde, andre ganz klein, als ob sie sich ein bißchen schämten: &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Schmidt Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;. 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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 7. November 2016 um 13:18 Uhr</title>
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		<updated>2016-11-07T13:18:58Z</updated>

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Aber unsre Kaufleute müssen natürlich das Fremde nachäffen; sie nennen sich &amp;#039;&amp;#039;Schmidt Gebrüder, Blembel Gebrüder, Ury Gebrüder&amp;#039;&amp;#039;. Sie gehen aber noch weiter. Während der Franzose sagt: &amp;#039;&amp;#039;Veuve Cliquot&amp;#039;&amp;#039;, schreibt der Deutsche: &amp;#039;&amp;#039;M. D. Schwennicke Witwe&amp;#039;&amp;#039;, ja selbst wo es $Seite 201$ sich gar nicht um ein Verwandtschaftsverhältnis handelt, leimt er ein Appellativ und einen Personennamen in dieser Weise zusammen, statt ein Attribut zu bilden; in unsrer Geschäftswelt wimmelt es schon von Firmen, die alle so aussehen, als ob ihre Inhaber den Familiennamen Nachfolger und dabei die seltsamsten Vornamen führten, wie: &amp;#039;&amp;#039;C. F. Kahnt Nachfolger, Johann Jakob Huth Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;, ja sogar &amp;#039;&amp;#039;Gebrüder Hutzelmann Nachfolger&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Luise Werner Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;. In großen Städten findet man kaum noch eine Straße, wo nicht Mitglieder dieser weitverzweigten Familie säßen. Auch daraus ist eine richtige dumme Mode geworden. Während früher ein Geschäft, wenn es den Inhaber wechselte, die alte Firma meist unverändert behielt, um sich deren Ruf zu erhalten — in Leipzig gibt es Firmen, die noch heute so heißen wie vor hundert und mehr als hundert Jahren, und sie befinden sich nicht schlecht dabei! —, ist jetzt manchmal ein Geschäft kaum zwei, drei Jahre alt, und schon prangt der &amp;#039;&amp;#039;Nachfolge&amp;#039;&amp;#039; auf der Firma. Manchen will ja nun die Dummheit, den Personennamen dabei im Nominativ stehen zu lassen, nicht recht in den Kopf; man sieht das an der verschiednen Art und Weise, wie sie sich quälen, sie hinzuschreiben. Die meisten schreiben freilich dreist: &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Schmidt Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;. Andre schreiben aber doch mit Komma: &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Schmidt, Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;, was zwischen einem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schneider&amp;#039;&amp;#039; und einem &amp;#039;&amp;#039;Fleischer&amp;#039;&amp;#039; so aussieht, als ob die Beschäftigung dieses Biedermanns im &amp;#039;&amp;#039;Nachfolgen&amp;#039;&amp;#039; bestünde, andre ganz klein, als ob sie sich ein bißchen schämten: &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Schmidt Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;. Nur auf das einzig vernünftige: &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Schmidts Nachfolger&amp;#039;&amp;#039; verfällt keiner.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;background-color: #f8f9fa; color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #eaecf0; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Ebenso einfältig ist noch ein andrer Unfug, der auch auf bloße Nachäfferei des Französischen und des Englischen zurückzuführen ist. Der französische Geschäftsstil setzt &amp;#039;&amp;#039;père, fils&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;frères&amp;#039;&amp;#039;, der englische &amp;#039;&amp;#039;brothers&amp;#039;&amp;#039; als Apposition hinter den Personennamen: &amp;#039;&amp;#039;Dumas fils, Shakelford brothers&amp;#039;&amp;#039;. Im Deutschen ist das ganz unmöglich, wir können nur von dem &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Gebrüder Grimm&amp;#039;&amp;#039; reden, nicht &amp;#039;&amp;#039;der Grimm Gebrüder&amp;#039;&amp;#039;. Aber unsre Kaufleute müssen natürlich das Fremde nachäffen; sie nennen sich &amp;#039;&amp;#039;Schmidt Gebrüder, Blembel Gebrüder, Ury Gebrüder&amp;#039;&amp;#039;. Sie gehen aber noch weiter. Während der Franzose sagt: &amp;#039;&amp;#039;Veuve Cliquot&amp;#039;&amp;#039;, schreibt der Deutsche: &amp;#039;&amp;#039;M. D. Schwennicke Witwe&amp;#039;&amp;#039;, ja selbst wo es $Seite 201$ sich gar nicht um ein Verwandtschaftsverhältnis handelt, leimt er ein Appellativ und einen Personennamen in dieser Weise zusammen, statt ein Attribut zu bilden; in unsrer Geschäftswelt wimmelt es schon von Firmen, die alle so aussehen, als ob ihre Inhaber den Familiennamen Nachfolger und dabei die seltsamsten Vornamen führten, wie: &amp;#039;&amp;#039;C. F. Kahnt Nachfolger, Johann Jakob Huth Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;, ja sogar &amp;#039;&amp;#039;Gebrüder Hutzelmann Nachfolger&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Luise Werner Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;. In großen Städten findet man kaum noch eine Straße, wo nicht Mitglieder dieser weitverzweigten Familie säßen. Auch daraus ist eine richtige dumme Mode geworden. Während früher ein Geschäft, wenn es den Inhaber wechselte, die alte Firma meist unverändert behielt, um sich deren Ruf zu erhalten — in Leipzig gibt es Firmen, die noch heute so heißen wie vor hundert und mehr als hundert Jahren, und sie befinden sich nicht schlecht dabei! —, ist jetzt manchmal ein Geschäft kaum zwei, drei Jahre alt, und schon prangt der &amp;#039;&amp;#039;Nachfolge&amp;#039;&amp;#039; auf der Firma. Manchen will ja nun die Dummheit, den Personennamen dabei im Nominativ stehen zu lassen, nicht recht in den Kopf; man sieht das an der verschiednen Art und Weise, wie sie sich quälen, sie hinzuschreiben. Die meisten schreiben freilich dreist: &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Schmidt Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;. Andre schreiben aber doch mit Komma: &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Schmidt, Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;, was zwischen einem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schneider&amp;#039;&amp;#039; und einem &amp;#039;&amp;#039;Fleischer&amp;#039;&amp;#039; so aussieht, als ob die Beschäftigung dieses Biedermanns im &amp;#039;&amp;#039;Nachfolgen&amp;#039;&amp;#039; bestünde, andre ganz klein, als ob sie sich ein bißchen schämten: &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Schmidt Nachfolger&amp;#039;&amp;#039;. Nur auf das einzig vernünftige: &amp;#039;&amp;#039;Ferdinand Schmidts Nachfolger&amp;#039;&amp;#039; verfällt keiner.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 27. Oktober 2016 um 16:53 Uhr</title>
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Aber unsre Kaufleute müssen natürlich das Fremde nachäffen; sie nennen sich &#039;&#039;Schmidt Gebrüder, Blembel Gebrüder, Ury Gebrüder&#039;&#039;. Sie gehen aber noch weiter. Während der Franzose sagt: &#039;&#039;Veuve Cliquot&#039;&#039;, schreibt der Deutsche: &#039;&#039;M. D. Schwennicke Witwe&#039;&#039;, ja selbst wo es $Seite 201$ sich gar nicht um ein Verwandtschaftsverhältnis handelt, leimt er ein Appellativ und einen Personennamen in dieser Weise zusammen, statt ein Attribut zu bilden; in unsrer Geschäftswelt wimmelt es schon von Firmen, die alle so aussehen, als ob ihre Inhaber den Familiennamen Nachfolger und dabei die seltsamsten Vornamen führten, wie: &#039;&#039;C. F. Kahnt Nachfolger, Johann Jakob Huth Nachfolger&#039;&#039;, ja sogar &#039;&#039;Gebrüder Hutzelmann Nachfolger&#039;&#039; und &#039;&#039;Luise Werner Nachfolger&#039;&#039;. In großen Städten findet man kaum noch eine Straße, wo nicht Mitglieder dieser weitverzweigten Familie säßen. Auch daraus ist eine richtige dumme Mode geworden. Während früher ein Geschäft, wenn es den Inhaber wechselte, die alte Firma meist unverändert behielt, um sich deren Ruf zu erhalten — in Leipzig gibt es Firmen, die noch heute so heißen wie vor hundert und mehr als hundert Jahren, und sie befinden sich nicht schlecht dabei! —, ist jetzt manchmal ein Geschäft kaum zwei, drei Jahre alt, und schon prangt der &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;„Nachfolger&quot; &lt;/del&gt;auf der Firma. Manchen will ja nun die Dummheit, den Personennamen dabei im Nominativ stehen zu lassen, nicht recht in den Kopf; man sieht das an der verschiednen Art und Weise, wie sie sich quälen, sie hinzuschreiben. Die meisten schreiben freilich dreist: &#039;&#039;Ferdinand Schmidt Nachfolger&#039;&#039;. Andre schreiben aber doch mit Komma: &#039;&#039;Ferdinand Schmidt, Nachfolger&#039;&#039;, was zwischen einem &#039;&#039;&#039;Schneider&#039;&#039; und einem &#039;&#039;Fleischer&#039;&#039; so aussieht, als ob die Beschäftigung dieses Biedermanns im &#039;&#039;Nachfolgen&#039;&#039; bestünde, andre ganz klein, als ob sie sich ein bißchen schämten: &#039;&#039;Ferdinand Schmidt Nachfolger&#039;&#039;. Nur auf das einzig vernünftige: &#039;&#039;Ferdinand Schmidts Nachfolger&#039;&#039; verfällt keiner.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Ebenso einfältig ist noch ein andrer Unfug, der auch auf bloße Nachäfferei des Französischen und des Englischen zurückzuführen ist. 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Schwennicke Witwe&#039;&#039;, ja selbst wo es $Seite 201$ sich gar nicht um ein Verwandtschaftsverhältnis handelt, leimt er ein Appellativ und einen Personennamen in dieser Weise zusammen, statt ein Attribut zu bilden; in unsrer Geschäftswelt wimmelt es schon von Firmen, die alle so aussehen, als ob ihre Inhaber den Familiennamen Nachfolger und dabei die seltsamsten Vornamen führten, wie: &#039;&#039;C. F. Kahnt Nachfolger, Johann Jakob Huth Nachfolger&#039;&#039;, ja sogar &#039;&#039;Gebrüder Hutzelmann Nachfolger&#039;&#039; und &#039;&#039;Luise Werner Nachfolger&#039;&#039;. In großen Städten findet man kaum noch eine Straße, wo nicht Mitglieder dieser weitverzweigten Familie säßen. Auch daraus ist eine richtige dumme Mode geworden. 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Andre schreiben aber doch mit Komma: &#039;&#039;Ferdinand Schmidt, Nachfolger&#039;&#039;, was zwischen einem &#039;&#039;&#039;Schneider&#039;&#039; und einem &#039;&#039;Fleischer&#039;&#039; so aussieht, als ob die Beschäftigung dieses Biedermanns im &#039;&#039;Nachfolgen&#039;&#039; bestünde, andre ganz klein, als ob sie sich ein bißchen schämten: &#039;&#039;Ferdinand Schmidt Nachfolger&#039;&#039;. Nur auf das einzig vernünftige: &#039;&#039;Ferdinand Schmidts Nachfolger&#039;&#039; verfällt keiner.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 27. Oktober 2016 um 16:52 Uhr</title>
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		<updated>2016-10-27T16:52:53Z</updated>

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Aber unsre Kaufleute müssen natürlich das Fremde nachäffen; sie nennen sich Schmidt Gebrüder, Blembel &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Ge-brüder&lt;/del&gt;, Ury Gebrüder. Sie gehen aber noch weiter. Während der Franzose sagt: Veuve Cliquot, schreibt der Deutsche: M. D. Schwennicke Witwe, ja selbst wo es $Seite 201$ sich gar nicht um ein Verwandtschaftsverhältnis handelt, leimt er ein Appellativ und einen Personennamen in dieser Weise zusammen, statt ein Attribut zu bilden; in unsrer Geschäftswelt wimmelt es schon von Firmen, die alle so aussehen, als ob ihre Inhaber den &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Familien-namen &lt;/del&gt;Nachfolger und dabei die seltsamsten Vornamen führten, wie: C. F. Kahnt Nachfolger, Johann Jakob Huth Nachfolger, ja sogar Gebrüder Hutzelmann Nachfolger und Luise Werner Nachfolger. In großen Städten findet man kaum noch eine Straße, wo nicht Mitglieder dieser &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;weitver-zweigten &lt;/del&gt;Familie säßen. Auch daraus ist eine richtige dumme Mode geworden. Während früher ein Geschäft, wenn es den Inhaber wechselte, die alte Firma meist unverändert behielt, um sich deren Ruf zu erhalten — in Leipzig gibt es Firmen, die noch heute so heißen wie vor hundert und mehr als hundert Jahren, und sie &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;be-finden &lt;/del&gt;sich nicht schlecht dabei! —, ist jetzt manchmal ein Geschäft kaum zwei, drei Jahre alt, und schon prangt der „Nachfolger&quot; auf der Firma. Manchen will ja nun die Dummheit, den Personennamen dabei im Nominativ stehen zu lassen, nicht recht in den Kopf; man sieht das an der verschiednen Art und Weise, wie sie sich quälen, sie hinzuschreiben. Die meisten schreiben freilich dreist: Ferdinand Schmidt Nachfolger. Andre schreiben aber doch mit Komma: Ferdinand Schmidt, &lt;del style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Nach-folger&lt;/del&gt;, was zwischen einem Schneider und einem Fleischer so aussieht, als ob die Beschäftigung dieses Biedermanns im Nachfolgen bestünde, andre ganz klein, als ob sie sich ein bißchen schämten: Ferdinand Schmidt Nachfolger. Nur auf das einzig vernünftige: Ferdinand Schmidts Nachfolger verfällt keiner.&lt;/div&gt;&lt;/td&gt;&lt;td class=&quot;diff-marker&quot; data-marker=&quot;+&quot;&gt;&lt;/td&gt;&lt;td style=&quot;color: #202122; font-size: 88%; border-style: solid; border-width: 1px 1px 1px 4px; border-radius: 0.33em; border-color: #a3d3ff; vertical-align: top; white-space: pre-wrap;&quot;&gt;&lt;div&gt;|KapitelText=Ebenso einfältig ist noch ein andrer Unfug, der auch auf bloße Nachäfferei des Französischen und des Englischen zurückzuführen ist. Der französische Geschäftsstil setzt &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;père, fils&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039; &lt;/ins&gt;und &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;frères&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;, der englische &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;brothers&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039; &lt;/ins&gt;als &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Apposition &lt;/ins&gt;hinter den Personennamen: &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;Dumas fils, Shakelford brothers&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;. Im Deutschen ist das ganz unmöglich, wir können nur von dem &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;Wörterbuch der Gebrüder Grimm&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039; &lt;/ins&gt;reden, nicht &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;der Grimm Gebrüder&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;. Aber unsre Kaufleute müssen natürlich das Fremde nachäffen; sie nennen sich &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;Schmidt Gebrüder, Blembel &lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;Gebrüder&lt;/ins&gt;, Ury Gebrüder&lt;ins style=&quot;font-weight: bold; text-decoration: none;&quot;&gt;&#039;&#039;&lt;/ins&gt;. Sie gehen aber noch weiter. 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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<title>DeletedUser am 15. September 2016 um 19:46 Uhr</title>
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		<author><name>DeletedUser</name></author>
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		<id>https://zweidat.kallimachos.de/index.php?title=Wustmann(1903)_Die_Familie_Nachfolger&amp;diff=8984&amp;oldid=prev</id>
		<title>DeletedUser: Die Seite wurde neu angelegt: „{{Kapitel |Überschrift=Die Familie Nachfolger |ErsteSeite=200 |LetzteSeite=202 |KapitelNummer=970 |WorkflowStatus=nur Text |KapitelText=Ebenso einfältig ist…“</title>
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		<updated>2016-09-05T10:12:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: „{{Kapitel |Überschrift=Die Familie Nachfolger |ErsteSeite=200 |LetzteSeite=202 |KapitelNummer=970 |WorkflowStatus=nur Text |KapitelText=Ebenso einfältig ist…“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Kapitel&lt;br /&gt;
|Überschrift=Die Familie Nachfolger&lt;br /&gt;
|ErsteSeite=200&lt;br /&gt;
|LetzteSeite=202&lt;br /&gt;
|KapitelNummer=970&lt;br /&gt;
|WorkflowStatus=nur Text&lt;br /&gt;
|KapitelText=Ebenso einfältig ist noch ein andrer Unfug, der auch auf bloße Nachäfferei des Französischen und des Englischen zurückzuführen ist. Der französische Geschäftsstil setzt père, fils und frères, der englische brothers als Appo-sition hinter den Personennamen: Dumas fils, Shakelford brothers. Im Deutschen ist das ganz unmöglich, wir können nur von dem Wörterbuch der Gebrüder Grimm reden, nicht der Grimm Gebrüder. Aber unsre Kaufleute müssen natürlich das Fremde nachäffen; sie nennen sich Schmidt Gebrüder, Blembel Ge-brüder, Ury Gebrüder. Sie gehen aber noch weiter. Während der Franzose sagt: Veuve Cliquot, schreibt der Deutsche: M. D. Schwennicke Witwe, ja selbst wo es $Seite 201$ sich gar nicht um ein Verwandtschaftsverhältnis handelt, leimt er ein Appellativ und einen Personennamen in dieser Weise zusammen, statt ein Attribut zu bilden; in unsrer Geschäftswelt wimmelt es schon von Firmen, die alle so aussehen, als ob ihre Inhaber den Familien-namen Nachfolger und dabei die seltsamsten Vornamen führten, wie: C. F. Kahnt Nachfolger, Johann Jakob Huth Nachfolger, ja sogar Gebrüder Hutzelmann Nachfolger und Luise Werner Nachfolger. In großen Städten findet man kaum noch eine Straße, wo nicht Mitglieder dieser weitver-zweigten Familie säßen. Auch daraus ist eine richtige dumme Mode geworden. Während früher ein Geschäft, wenn es den Inhaber wechselte, die alte Firma meist unverändert behielt, um sich deren Ruf zu erhalten — in Leipzig gibt es Firmen, die noch heute so heißen wie vor hundert und mehr als hundert Jahren, und sie be-finden sich nicht schlecht dabei! —, ist jetzt manchmal ein Geschäft kaum zwei, drei Jahre alt, und schon prangt der „Nachfolger&amp;quot; auf der Firma. Manchen will ja nun die Dummheit, den Personennamen dabei im Nominativ stehen zu lassen, nicht recht in den Kopf; man sieht das an der verschiednen Art und Weise, wie sie sich quälen, sie hinzuschreiben. Die meisten schreiben freilich dreist: Ferdinand Schmidt Nachfolger. Andre schreiben aber doch mit Komma: Ferdinand Schmidt, Nach-folger, was zwischen einem Schneider und einem Fleischer so aussieht, als ob die Beschäftigung dieses Biedermanns im Nachfolgen bestünde, andre ganz klein, als ob sie sich ein bißchen schämten: Ferdinand Schmidt Nachfolger. Nur auf das einzig vernünftige: Ferdinand Schmidts Nachfolger verfällt keiner.&lt;br /&gt;
Namentlich auch im deutschen Buchhandel hat das fruchtbare Geschlecht der Nachfolger schon eine Menge von Vertretern. Einer der wenigen, die den Mut ge-habt haben, der abgeschmackten Mode zum Trotz dem gesunden Menschenverstande die Ehre zu geben, ist der Verleger der Gartenlaube: Ernst Keils Nachfolger. Dagegen überbietet alles an Sprachzerrüttung die Cotta&amp;#039;sche Buchhandlung Nachfolger; das soll $Seite 202$ heißen: der Nachfolger der Cottaischen Buchhandlung! In solchem Deutsch prangt jetzt die Buchhandlung, in der einst Schillers und Goethes Werke erschienen sind!&lt;br /&gt;
Auf eins darf man gespannt sein: wenn die gesamte deutsche Geschäftswelt nur noch aus „Nachfolgern&amp;quot; be-stehen wird — und dahin wird es ja in einiger Zeit kommen —, was dann?&lt;br /&gt;
|Buch=Wustmann(1903)&lt;br /&gt;
|Scan=Datei:Wustmann 1903-Gesamt.pdf&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>DeletedUser</name></author>
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